Entspannen an der Mosel
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Ihre Familie Schmitz
Künstler beleben das Hollehäuschen in Ediger-Eller
Werke von Heinz M. Müller und Mechthild Wallrath-Karcher locken zahlreiche Besucher an
Etwa 60 Kunstinteressierte drängten sich in den Räumen des romantischen Gebäudes in Ediger-Eller bei der Vernissage zur Ausstellung, die 100 Kunstwerke der Künstler Mechthild Wallrath-Karcher und Heinz M. Müller präsentiert.
Die Plastiken aus Ton von Mechthild Wallrath-Karcher und die Zeichnungen und Gemälde von Heinz M. Müller bereichern sich gegenseitig. Sie scheinen schier miteinander zu sprechen. Da wird im Bild „Josefs Traum“ der Dargestellte von einem Engel besucht und gleichzeitig von der davorstehenden Figur „Moselle“ betört. Ist die Beziehung hier inhaltlicher Natur, so finden sich auch formale Beziehungspunkte. So gleicht die Form des Schleiers der beschriebenen Figur der des Körpers der Mutter im Bild „Mutter, Kind, Vater“, das schräg über der Skulptur hängt. Es gibt weitere Entsprechungen, die die Kombination Bild und Skulptur so interessant machen: die Farbe; zu sehen beispielweise im Weinrot des Aquarells vom Kloster Stubben und den Sulpturen vor und neben dem Bild. Einen weitern Reiz bilden die Räumlichkeiten und Accessoires des historischen Fachwerkhauses, auf die die Kunstwerke treffen. Da findet sich das gleiche Braun der Eichenbalken in der Stadtansicht von Cochem wieder, ebenso die Farbe der Fassdauben in den Tönen des Keramikkopfes „Gedanken“ gleich rechts neben dem Eingang.
Frau Heidi Hennen-Servati, Bürgermeisterin von Ediger-Eller, überrascht von der großen Besucherzahl, drückte ihre Freude darüber aus, ihrem Ziel das Hollhäuschen langfristig mit Leben zu füllen, ein gutes Stück näher gekommen zu sein. Studienrat Werner Miedreich stellte die Künstler und deren Werdegang vor:
Die Künstlerin Mechthild Wallrath-Karcher stammt aus Grenderich im Hunsrück und lebt seit 1971 in Kehl am Rhein. Sie formt Skulpturen und Plastiken aus Ton. Besonders fasziniert ist sie von der Raku-Technik. Dabei kommen die Stücke bei etwa 1000 Grad aus dem Ofen. Nach der Reduktion im Sägemehl tragen die Objekte Spuren von Rauch und Zange. Die speziellen Glasuren reißen und ein maschenartiges Netz aus Sprüngen entsteht.
Jedes Stück ist ein Unikat- voller ausdrucksstarker Lebendigkeit. Es entstehen Tänzer, Damen, Liebende, Paare, Freunde, Menschen in Beziehungen, ähnlich wie bei dem zweiten Aussteller, doch hier zweidimensional.
Heinz M. Müller aus Bullay beschäftigt sich mit den Themen Mosellandschaft, abstrakten Blumengebinden, Porträts und, wie schon erwähnt, Menschen in Beziehungen und div. Lebensumständen. Auch er geht einfühlsam vor. Oft ist ein Hauch von Tranzendenz und Religiösität zu spüren. Das älteste Exponat ist eine eine Skizze mit Kugelschreiber gezeichnet aus dem Jahr 1975 mit dem Titel „Explosion“, das durch das aktuelle Tagesgeschehen um die Vorgänge in Japan eine ungeahnte Aktualität bekommt. Das gleiche gilt für ein Aquarell von 1982 mit dem Titel „Zukunft“. Es thematisiert die atomare Bedrohung.
Der Laudator Werner Miedreich weist auf die gelungene Kombination von Bild und Skulptur hin. Er schließt mit den Worten: „Ich wünsche der Ausstellung viele Besucher und guten Erfolg!“
Feierlich umrahmt wurden die Wortbeiträge mit Musik von Ursula Schädler (Flöte) und Christoph Kappes Schädler (Gitarre). Sie brachten Renaissancetänze von Tielmann Susato zu Gehör und ernteten viel Applaus. Für die Künstler sprach Heinz M. Müller Dankesworte, an alle gerichtet, die zum Gelingen der Vernissage und Ausstellung beigetragen haben. Bei einem Glas Wein oder Mineralwasser und hausgemachtem Käsegebäck blieben die Besucher noch länger zusammen.
Die Ausstellung im Hollehäuschen (Tourist-Information, Pelzerstraße 1) in Ediger-Eller ist geöffnet bis Pfingstmontag, 13.Juni 2011): Montag bis Samstag 10 bis 12, Montag bis Freitag 16 bis 18 Uhr, Mittwoch geschlossen.





